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Tagung in Kooperation mit medica mondiale

Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte in Afghanistan

Gefährdet Gewalt gegen Frauen den Friedensprozess?

Foto: Lizette Potgieter/medica mondiale LupeFoto: Lizette Potgieter/medica mondiale

Die Situation der Frauen im Zusammenhang mit dem Friedensprozess in Afghanistan nahm im November 2012 eine Tagung an der Akademie in den Blick, die gemeinsam mit medica mondiale ausgerichtet wurde:  

Hoffnung auf Frieden und Angst um die Frauenrechte in Afghanistan
Gefährdet Gewalt gegen Frauen den Friedensprozess?

Freitag, 30. November 2012, bis Samstag, 1. Dezember 2012  

Stimmen aus der Presse-Berichterstattung können Sie hier nachlesen:

Einen ausführlichen Bericht über die Tagung finden Sie hier auf der Internetseite von medica mondiale.

Den Vortrag von Dr. Ute Scheub: "Warum Gewalt gegen Frauen den Weltfrieden gefährdet" können Sie in der Rubrik "Dokumente" nachlesen.

Zum Thema
Trotz des bereits elf Jahre andauernden Militäreinsatzes und der Zahlung von Milliarden von Hilfsgeldern leben afghanische Frauen und Mädchen nach wie vor in einem Klima der Gewalt. Obwohl in die 2004 in Kraft getretene Verfassung die Gleichberechtigung von Frauen und Männern aufgenommen wurde, ist der Alltag der afghanischen Frauen weiterhin von Gewalt und Rechtlosigkeit in Familie und Gesellschaft geprägt. Der Druck auf Frauen, die sich für ihre Rechte einsetzen, wächst. Viele Afghaninnen in öffentlichen Positionen werden bedroht und müssen um ihr Leben fürchten. Auch in die Friedensverhandlungen wurden Frauen bislang kaum einbezogen.

Welche Chance hat ein nachhaltiger Frieden in Afghanistan, wenn Frauen und Mädchen weiter unterdrückt und ihrer Rechte beraubt werden?
Vor einem Jahr traf sich erneut die internationale Staatengemeinschaft in Bonn, um vor dem geplanten Abzug der ausländischen Kampftruppen 2014 über die Zukunft Afghanistans zu beraten. Frauen spielten in den bisherigen Verhandlungen eine weitaus geringere Rolle, als ihnen beispielsweise die UN-Resolutionen 1325 und 1820 zuweisen. Laut dieser Resolutionen trägt die Beteiligung von Frauen in erheblichem Maße zur Verbesserung der Sicherheitslage und zur Förderung eines gerechten Friedens bei.

Doch wie können sich afghanische Frauen am Wiederaufbau ihres Landes beteiligen, wenn sie im Alltag unterdrückt und ihrer Rechte beraubt werden? Welche Chance hat nachhaltiger Frieden in Afghanistan, wenn Frauen und Mädchen systematisch Gewalt erfahren? Ist eine Befriedung Afghanistans überhaupt möglich, wenn die Hälfte der afghanischen Bevölkerung weiterhin aus friedensrelevanten Prozessen ausgeschlossen wird?

Zentrale Fragen der Tagung mit Blick auf 2014 lauteten: Welche Chance hat ein nachhaltiger Frieden in Afghanistan, wenn Frauen und Mädchen weiter unterdrückt und ihrer Rechte beraubt werden? Ist eine Befriedung Afghanistans überhaupt möglich, wenn die Hälfte der Bevölkerung aus friedensrelevanten Prozessen ausgeschlossen wird?  Und warum haben die internationale Staatengemeinschaft und die afghanische Regierung Frauen bisher in die Friedensverhandlungen nur unzureichend einbezogen?

Beiträge dazu kamen von Thomas Ruttig, Direktor Afghanistan Analysts Network aus Kabul/Afghanistan, Erik Kurzweil, stellvertretender Referatsleiter des Arbeitsstabs Afghanistan/Pakistan beim Auswärtigen Amt, der Journalistin und Frauenrechtsaktivistin Ute Scheub sowie von Dr. Monika Hauser, Gründerin und geschäftsführendes Vorstandmitglied von medica mondiale e.V.  

Zwei afghanische Vertreterinnen berichteten von der Situation der Frauen in ihrem Heimatland
Die Tagung bot insbesondere Gelegenheit, mit zwei afghanischen Vertreterinnen ins Gespräch zu kommen. Die Frauen, die sich in der Politik und in Hilfsorganisationen in ihrem Heimatland engagieren, berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen:  

  •   Zarghona Ahmadzai, Psychologin aus Afghanistan.
    Seit 2002 ist sie für die afghanische Frauenrechtsorganisation Medica Afghanistan als psychosoziale Beraterin tätig. Nach ihrem Studium an der Kabuler Universität arbeitete sie zunächst als Dozentin für Hochschulen der Stadt, dann mehrere Jahre im Kabuler Psychiatrischen Krankenhaus.  
  • Sajia Begham, Juristin und Genderexpertin aus Afghanistan.
    Von 2003 bis 2007 war sie für Medica Afghanistan als Referentin für Politik und Frauenrechte tätig. Zur Zeit der Taliban-Herrschaft eröffnete sie in einer Wohnung eine versteckte Schule für Mädchen. Derzeit studiert sie in Deutschland.  
  • Fawzia Koofi, Frauenrechtlerin und Politikerin aus Afghanistan - erkrankt -
    Fawzia Koofi hatte ihre Teilnahme ebenfalls zugesagt, ist aber leider kurz vor der Tagung erkrankt und konnte infolgedessen nicht teilnehmen. Seit 2005 ist Koofi Abgeordnete im afghanischen Parlament für ihre Heimatprovinz Badakhshan. 2005 wurde sie zur ersten weiblichen Vize-Sprecherin des Parlaments gewählt. 2014 will Koofi für die Präsidentschaft kandidieren.

Hochspannend und informativ sei die Tagung gewesen, zog Studienleiter Jörgen Klußmann eine erste Bilanz am Ende der Tagung. Und Optimismus klang im Abschluss-Statement von Dr. Monika Hauser durch: Seit 2002 hätten die Frauen in Afghanistan viel erreicht. Doch es brauche weiterhin Hartnäckigkeit - auch über 2014 hinaus. Dabei sei Bildung für Frauen und Mädchen ein wichtiger Schlüsselfaktor.

Weiterführende Hinweise

Das ausführliche Tagungsprogramm ist am Schluss dieses Artikels zum Download eingestellt.

Dort finden Sie auch Kurzviten aller Referentinnen und Referenten zum Abruf bereit gestellt.

Eine Dokumentation mit allen Texten der Tagung ist geplant

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hbl / Aktualisiert: 17.01.2013



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