Logo Akademie

Studienleitung

 

 

 

 

 

 

 

Jörgen Klußmann 
Tel.: +49 (0)228 47 98 98 - 57
Mobil: +49 (0) 151 572 055 28
Mail an Jörgen Klussmann
Twitter: @JorgenKlussmann
Weitere Informationen zur Person

> zum Akademie-Team

Twitter

Twitter aktivieren

Hier Twitter-Dienste aktivieren

Termine

Hier finden Sie Termine aus dem Themenbereich Politik.

> weitere Informationen

 Blaues Bild mit der Aufschrift 'Welcome Joe Biden' © AdobeStock Bild-Lupe© AdobeStock

Blogbeitrag von Studienleiter Jörgen Klußmann

Endlich: Joe Biden ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Erleichterung machte sich gestern breit, nachdem Joe Biden als der 46. Präsident der USA vereidigt war.

Dazu beigetragen hat sicherlich auch, dass sein Amtsvorgänger Donald Trump es vorzog, dem Amtseid fern zu bleiben – eine Aktion, die viele Beobachter zuvor noch als „ungehörig“ und „skandalös“ bezeichnet hatten. Auch in den Reaktionen außerhalb des Landes war die Erleichterung zu spüren, Außenminister Maas und Präsident Steinmeier äußerten sich entsprechend und ähnlich ungewöhnlich deutlich wie schon zuvor, nach dem Sturm auf das Kapitol vor zwei Wochen.  Auch im Bekannten-, Freundes- und Kollegenkreis spürt man diese Erleichterung, endlich – so der Tenor - kann man/ frau sich wieder auf Amerika verlassen, endlich endet die Farce, endlich haben die endlosen Lügen, Verzerrungen, Falschdarstellungen und dreisten Behauptungen und Verleumdungen von Donald Trump ein Ende.

Wirklich? Bis zum bitteren Ende hatte der 45. Präsident, dessen Amtszeit nach nur einer Wahlperiode nun zu Ende ging, behauptet, dass die Wahl ihm gestohlen wurde und er tut dies auch weiterhin. Ob das für ihn Folgen haben wird, ist noch offen. Seine Anhänger indes - und dazu gehören nicht nur Radikale und Rechte, sondern auch konservative Menschen und vor allem ein Großteil der republikanischen Partei, bleiben bei ihrem Narrativ, dass eine radikale Linke ihnen durch Betrug und Korruption den Wahlsieg genommen hat.

Es wird kein leichtes Unterfangen, die gespaltene Nation zu versöhnen, denn die Hardliner der Republikaner und des konservativen Establishments sind bereit zurück zu schlagen, wie die Direktorin des ultrakonservativen Think Tanks „Heritage Action for America“, Jessica Anderson, hervorhob. Sie wollen die „zerstörerische Politik der radikalen Linken bekämpfen.“

Die Erwartungen an den neuen Präsidenten und seine Vizepräsidentin Kamala Harris – die erste Frau und die erste farbige Person in diesem Amt – sind womöglich noch größer als seinerzeit an den ersten schwarzen Präsidenten des Landes, Barack Obama. Dieser hatte das Land ebenfalls in einer schwierigen Lage übernommen, nachdem seinVorgänger George Bush Jr. als Reaktion auf die Attentate vom 11. September einen „Krieg gegen den Terror“ ausgerufen hatte, der sich in Afghanistan, dem Irak und später auch in Syrien zu einem echten Krieg ausweitete.

Auch damals hatten die Vereinigten Staaten mit ungeheuren innenpolitischen Problemen zu kämpfen, die die Spaltung des Landes voran trieben – denken wir nur an die Bewältigung des Tornados „Kathrina“, der Millionen Menschen und vor allem Afroamerikaner obdachlos machte und in die Armut trieb. Doch heute ist das Land nicht nur dank der Politik des Egomanen Trump ganz offen gespalten, sondern auch außenpolitisch isoliert. Ganz zu schweigen von einer katastrophalen Gesundheitspolitik in Zeiten einer globalen Pandemie, die bisher mehr Amerikaner:innen das Leben kostete als alle amerikanische Toten des ZweitenWeltkriegs zusammen.

Joe Biden hat viel zu tun und gleich an seinem ersten Amtstag unterzeichnete er 17 Dekrete, die die Politik von Trump umkehren sollen. Da ist an erster Stelle die neue Corona-Politik zu nennen, die in allen Bundesbehörden eine Maskenpflicht einführt und die Schutzmaßnahmen koordinieren soll. Biden hat den renommierten Virologen Fauci beauftragt, am nächsten Treffen der Weltgesundheitsbehörde WHO teilzunehmen und die erneute Mitgliedschaft der USA in der WHO bekannt gegeben. Der zweiten großen Herausforderung, dem Klimawandel, will Biden durch eine erneute Mitgliedschaft im Pariser Klima-Abkommen begegnen. Für Migranten, die sich bislang illegal im Land aufhalten, bietet er die Chance auf Einbürgerung oder zumindest einen legalen Aufenthaltsstatus; die Mauer zu Mexiko – Trumps Jahrhundertprojekt – wird nicht weiter gebaut; Millionen von nichtweißen Bürgern wird durch eine neue Integrationspolitik ein besserer Zugang zu staatlichen Institutionen ermöglicht usw. und so fort. Biden und Harris scheinen entschlossen, die Vereinigten Staaten wieder auf einen vernünftigen Kurs zu bringen. Die - wenn auch knappe - Mehrheit in beiden Kammern des Parlaments gibt ihnen dazu die Chance. Hoffentlich nutzen sie sie.

 

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

JK, ms / 21.01.2021



© 2021, „Fremd-Vertraut“ - Evangelische Akademie im Rheinland
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung