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epd-Landesdienst West, 3.12.2012

Mehr Engagement für die Frauen in Afghanistan gefordert

Bonn (epd). In Afghanistan aktive Frauenrechtlerinnen haben mehr internationales Engagement für die Frauen in dem Land gefordert.

Viele Afghaninnen fürchteten eine Verschlechterung ihrer Lage nach dem Abzug westlicher Truppen in 2014, sagte die Gründerin der Frauenrechtsorganisation Medica Mondiale, Monika Hauser, am Freitag in Bonn. Die Weltgemeinschaft müsse jetzt mehr für den Aufbau staatlicher und zivilgesellschaftlicher Strukturen tun, sagte Hauser bei einer Afghanistan-Fachtagung an der Evangelischen Akademie im Rheinland.    

Nach dem Sturz der Taliban in 2002 gab es laut der Frauenärztin Hauser große Hoffnungen, dass Frauen dauerhaft in Politik und Gesellschaft mitwirken könnten. „Seit 2006 hat sich die Lage sehr verschlechtert, und wir machen uns jedes Jahr mehr Sorgen“, sagte die Frauenrechtlerin. Die Weltgemeinschaft habe zu sehr auf eine militärische Lösung in Afghanistan gesetzt und sich zu wenig um die Zivilbevölkerung gekümmert.    

Nun sollten die Bundesregierung und die anderen westlichen Staaten massiver auf gute Regierungsführung und den Aufbau des Justizsystems zum Schutz der Frauen drängen. Die Frauenrechte sind Hauser zufolge ein Schlüssel zur Stabilisierung des Landes. Der bessere Schutz und die weitere politische und soziale Beteiligung der Frauen dürfe nicht auf die Zeit nach einer möglichen Stabilisierung am Hindukusch vertagt werden.    

Der Kabuler Psychologin Zarghona Ahmadzai zufolge fördern patriarchale Gesellschaftsstrukturen, Gesetzlosigkeit und Armut die Gewalt gegen Frauen. Viele Afghaninnen seien Opfer von Frauenhandel, Zwangsheiraten und Ehrenmorden. Außerdem würden Frauen zum Tauschobjekt, um Konflikte zwischen Familien zu vermitteln.     Nach dem Fall der Taliban hätte Frauen eine aktive Rolle in Gesellschaft und Politik gespielt, betonte Ahmadzai. Sie hätten Zugang zu Bildung und Arbeit sowie mehr Schutz erhalten. Dies alles sei teilweise wieder verloren gegangen und ganz gefährdet, falls die Taliban nach 2014 erneut an die Macht kämen. „Wir hoffen, dass es dazu nicht kommen wird“, sagte die Mitarbeiterin von Medica Afghanistan. Medica Afghanistan wurde von Media Mondiale gegründet und bietet nun unter afghanischer Leitung vielfältige Dienste an.    

Auch die Juristin und Politologin Sajia Begham fürchtet, dass die Taliban erneut an die Macht kommen und die Frauen wieder aus der Öffentlichkeit verbannen. Die in den vergangenen zehn Jahren erkämpfen Frauenrechte dürften in Verhandlungen mit den Taliban nicht geopfert werden. „Wir haben viel gelitten, um diese Rechte zu erreichen“, erklärte Begham.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West, 3.12.2012

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-West 

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Evangelischer Pressedienst West / 03.12.2012



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