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epd-Landesdienst West, 26.10.2015

Kirchenvertreter fordern sichere Flüchtlingskorridore

Kritik an EU-Flüchtlingspolitik 

Bonn (epd). Die evangelische Migrationsexpertin Doris Peschke hat sich für die Schaffung sicherer und legaler Fluchtwege nach Europa ausgesprochen. Die militärische Bekämpfung von Menschenschmuggel und die Abschiebung von Flüchtlingen werden letztlich niemandem helfen, weil Europa damit für die Verhandlung mit anderen Ländern seine Glaubwürdigkeit zu verlieren droht“, sagte die Generalsekretärin der Kommission der Kirchen für Migranten in Europa (CCME) mit Sitz in Brüssel am Freitagabend in Bonn.

Ähnlich äußerte sich der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, Marc Herter. Er plädierte bei einer Tagung der Evangelischen Akademie im Rheinland für einen „Fluchtweg des sicheren Korridors, den wir uns aus politischen und ethischen Gründen wünschen“. Herter kündigte an, seine Fraktion werde beim Bund für die in Nordrhein-Westfaleneingeführte Einreisemöglichkeit von Kontingentflüchtlingen werben.

Scharfe Kritik an der EU-Flüchtlingspolitik äußerte der Vorsitzende des Ausschusses für öffentliche Verantwortung der rheinischen Kirche, Jens Sannig.„Der Sieben-Meter-Zaun mit Rasierklingen in Marokko, auf den eine deutsche Firma so stolz ist, tötet jährlich unzählige Menschen“, sagte der Superintendent des Kirchenkreises Jülich, der eine Partnerschaft mit der evangelischen Kirche in Marokko koordiniert. Für 800 Millionen Euro aus der EU mache das dortige Militär „die Drecksarbeit für uns“. Sannig warnte davor, auch in der Türkei Menschenrechtsverletzungen zur Abwehr von Flüchtlingen zuzulassen.

Kirchenrat Rafael Nikodemus von der Evangelischen Kirche im Rheinlandrief dazu auf, Gewalt von Rechts und die Verunglimpfung von Menscheneinzudämmen. Es gebe eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland, die sich angesichts der Flüchtlingsentwicklung zu immer dumpferen Parolen hinreißen ließen, sagte der Theologe. „Wir spüren als Kirche: Unser ureignes menschliches Antlitz steht auf dem Spiel, wenn elementare Menschenrechte an unseren eigenen Grenzen oder mitten in Europa und auch bei uns im Landmissachtet und mit Füßen getreten werden.“

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West, 26.10.2015

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epd West / 26.10.2015



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