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Akademiegespräch zur aktuellen Lage der Kurden

Politikwissenschaftler Asadi: „Der Irak ist ein fragiles Gebilde“

 „Der Irak ist ein fragiles Gebilde. Die Kurden sind einer der der wenigen Garanten für Stabilität“. Das unterstreicht Dr. Awat Asadi, Politikwissenschaftler und stellvertretender Vorsitzender von NAVEND - Zentrum für Kurdische Studien e.V., in diesem Akademiegespräch mit Studienleiter Jörgen Klußmann Er verweist dabei auf die jüngsten Entwicklungen.

Am 25. September 2017 führte die kurdische Provinz im Irak ein Unabhängigkeitsrefendum gegen den Willen der irakischen Zentralregierung durch. Auch die Staatschefs aller umgebenden Länder lehnten die kurdische Initiative ab. In der Folge marschierten reguläre irakische Truppen und schiitische Milizen in der Provinz ein und übernahmen auch solche von den Kurden beherrschte Gebiete, die vorher von der Provinzregierung kontrolliert wurden.

Der Irak ist angewiesen auf die Hilfe der Provinz Kurdistan
Doch dessen ungeachtet kam es zu keiner weiteren Eskalation, denn, so Asadi, ohne die Kurden kann der Irak nicht überleben. Sei es im Kampf gegen den Islamischen Staat oder bei der Förderung von Öl: der irakische Staat, der nach dem Sturz Saddam Husseins in einen Bürgerkrieg taumelte, ist angewiesen auf die Hilfe der Provinz Kurdistan.

Hoffnung auf einen eigenen kurdischen Staat
Anders als im Rest des Landes herrscht in Kurdistan weitgehend Sicherheit und Stabilität. Für viele Kurden verbindet sich mit der relativen Autonomie Kurdistans die Hoffnung auf einen eigenen Staat. Ist also die Provinz Kurdistan ein Modell für einen künftigen kurdischen Staat?

Zur Person:
Dr. Awat Asadi ist in Kirkuk geboren. Er hat Politikwissenschaft mit Journalistik und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Münster studiert. Gegenwärtig ist er Übersetzer. In der Forschung bilden die Irak- und Kurdenfrage seine Schwerpunkte.

Über die Tagung
Das Akademiegespräch mit Dr. Awat Asadi hat Studienleiter Jörgen Klußmann am Rande der Tagung „Die Kurden – ein Volk ohne Staat“ geführt. Zu der Tagung hatten die Evangelische Akademie im Rheinland und NAVEND-Zentrum für kurdischen Studien e.V. am 4. Mai 2019 nach Bonn eingeladen.

Mehr über die Tagung „Die Kurden – ein Volk ohne Staat“

 

hbl, ms / 24.06.2019


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