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Ahmad Mansour zur Frage: „Reformation und Islam – Reformation im Islam?“

„Eine Diskussion hinter geschlossenen Türen bringt uns nicht weiter.“

Am Rande des Symposiums "Reformation und Islam - Reformation im Islam?", das im Oktober 2016 stattgefunden hat,  stellten sich die Referentinnen und Referenten des Symposiums für ein Kurzinterview zur Verfügung. Hier das Statement von Ahmad Mansour.

"Wir sehen, dass im Namen unserer Religion - und das sage ich als Moslem - Ungeheuer entstanden sind“, sagt der Vorsitzende des Muslimischen Forums, Ahmad Mansour in seinem Statement zu „Reformation und Islam– Reformation im Islam?“

Doch ebenso gebe es hier unter den Muslimen das Bedürfnis nach Veränderung, nach Reform. Deshalb ist es umso wichtiger, so Mansour, dass diejenigen, "die nach Alternativen suchen, die religiös sein wollen, aber die Demokratie, die Menschenrechte, die Freiheit in dieser Gesellschaft ohne Wenn und Aber genießen wollen, zumindest eine Alternative haben.“

Mansour plädiert deshalb eindrücklich dafür, dass die Muslime miteinander über eine moderne Auffassung des Islam ins Gespräch kommen. Diskussionen würden bisher vor allem hinter geschlossenen Türen stattfinden. "Das bringt uns aber nicht weiter", so Mansour. "Es ist wichtig, mit Jugendlichen zu reden, Workshops zu machen, in Familien zu gehen, ins Fernsehen zu gehen und den Menschen Alternativen anzubieten." Ebenso notwendig sind aus seiner Sicht Vorbilder, die aufstehen und sagen: “Ich bin Moslem, aber ich glaube anders.“

Letztlich ist er zuversichtlich, dass sich nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ein neues, reformiertes Verständnis des Islam etablieren wird.

Über Ahmad Mansour

Mansour ist Psychologe und lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Er beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen, die Extremismus bekämpfen und Demokratie und Toleranz fördern. Er ist Vorsitzender Sprecher des Muslimischen Forums Deutschland e.V. sowie Gruppenleiter beim Heroes-Projekt in Berlin und Familienberater bei Hayat, einer Beratungsstelle für De-Radikalisierung. Dazu führt er Schulungen mit der Polizei, Pädagogen und Sozialarbeitern durch, u.a. über mögliche Präventionsansätze gegen Radikalisierung, Unterdrückung im Namen der Ehre und Antisemitismus. Für sein Engagement wurde er 2014 mit dem Moses-Mendelssohn-Preis ausgezeichnet.

Weitere Statements auf unserem YouTube-Kanal „Ev Akademie im Rheinland“

Statements weiterer Expertinnen und Experten, die auf diesem Symposium gesprochen haben, sind ebenfalls auf unserem YouTube-Kanal abzurufen. Zu dem Symposium hatten die Akademie, das Muslimische Forum Deutschland und die Konrad-Adenauer-Stiftung eingeladen. Das Symposium wurde mit Mitteln des Bundesministeriums des Inneren gefördert.

hbl, ms / 23.08.2017


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