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Jörgen Klußmann M.A.

Afrika: Kontinent zwischen Tradition und Moderne

Im Jahr 2014 ist Afrika ein thematischer Schwerpunkt im Bereich Politik/Globalisierung. Warum Afrika? 

Der Kontinent Afrika - © 1xpert - Fotolia.com

Der Kontinent Afrika - © 1xpert - Fotolia.com

Darauf antwortete Jörgen Klußmann, der den Themenschwerpunkt geplant hat, in einem Gespräch mit der Öffentlichkeitsbeauftragten Hella Blum.

Das vorherrschende öffentliche Bild: Afrika ist unsicher und instabil
In der öffentlichen Wahrnehmung hat der Kontinent in den letzten Jahren noch einmal an Bedeutung verloren. Nach einem kurzen Hype in den 80er und 90er Jahren mit der Freiheitsbewegung in Südafrika und der Symbolfigur Nelson Mandela, ist Afrika wieder aus den Schlagzeilen verschwunden. Wenn aber über Afrika berichtet wird, dann hat es im Durchschnitt eine eher negative Presse. Der Kontinent gilt als unsicher und zu instabil, im Moment prägen insbesondere die Berichte über die grassierende Ebola-Seuche in Westafrika oder die Terrorgruppe Boko-Haram die Medien.

Afrika erlebt einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch die Breite der Bevölkerung profitiert nicht
Dabei hat in den letzten Jahren gerade die wirtschaftliche Entwicklung vieles verändert. Wachstumsraten von mehr als acht Prozent haben regional für bescheidenen Wohlstand, aber auch teilweise zu einem regelrechten Boom, z.B. in Angola geführt. Doch immer noch kommt das Wachstum nicht mehrheitlich den Afrikanern zu Gute. Die Armut und auch die immer wieder aufflackernde Gewalt insbesondere in den Regionen, wo Islam und Christentum aufeinander treffen, führen zu Fluchtbewegungen.

Migration ist ein bestimmendes Thema zwischen Afrika und Europa
Eine der Hauptrouten der „illegalen“ Einwanderung kommt aus und verläuft durch Afrika. Die demographische Entwicklung  - über 50 % der Afrikaner sind unter 21 Jahren - und der Raubbau an den natürlichen Ressourcen erhöhen den Druck der Migration aus Afrika noch zusätzlich. Europa muss daher mit Afrika neue Wege gehen. Diese in der Begegnung anzudenken und zu diskutieren und hier und dort zu Gehör zu bringen, soll Ziel der Tagungen und der Begegnungsreise nach Äthiopien im Oktober sein.

Tagung im April hat über das neue wirtschaftlich erfolgreiche Afrika informiert
Im April hat die Tagung "Neues aus Afrika - Ein Kontinent bricht auf ins 21. Jahrhundert" über das neue, wirtschaftlich erfolgreiche Afrika informiert. Ein Bericht dazu findet sich hier auf unserer Homepage. Darüber hinaus ist noch in diesem Jahr eine Dokumentation aller Tagungsbeiträge im Rahmen einer epd-Dokumentation geplant.

Studienreise nach Äthiopien macht mit Geschichte und Gegenwart des Lands vertraut
Im Oktober 2014 führt eine Studienreise nach Äthiopien. Äthiopien steht innerhalb Afrikas für seinen ureigenen Stolz und die Unabhängigkeit des Kontinents. Abgesehen von einer kurzen Besetzung durch die Italiener vor und während des Zweiten Weltkrieges war Äthiopien nie eine Kolonie wie jedes andere afrikanische Land.

Äthiopien hat eine lange christliche Tradition, die bis heute lebendig ist
In Äthiopien liegen die Ursprünge der Menschheit und auch die christliche Kirche konnte bereits im 4. Jahrhundert im Lande dauerhaft Fuß fassen. Das christliche Königreich von Axum unterhielt zahlreiche Handelbeziehungen bis nach Rom, Indien und China. Das spätere äthiopische Kaiserhaus, das mit dem letzten Herrscher Hailes Selassie unterging, berief sich auf die biblische Verbindung zwischen der Königin von Saba und König Salomon, aus der der erste axumitische König Menelik hervorgegangen sei. Die koptische Kirche ging sehr früh eine intensive Verbindung mit dem Reich ein. Sie beruft sich auf eine altorientalische frühchristliche Tradition, die bis heute äußerst lebendig ist.

Äthiopien heute - Sitz der Afrikanischen Union
Heute ist Äthiopien Sitz der Afrikanischen Union (AU), die unlängst ihr 50stes Jubiläum feierte. Die AU bemüht sich um den notwendigen Abstimmungsprozess afrikanischer Anliegen und ist damit ein Ort der innerafrikanischen politischen Willensbildung und Selbstregierung. 

Afrika - ein Kontinent, der zwischen Tradition und Moderne seinen Weg sucht 
Insgesamt möchte die Akademie mit ihrem Afrika-Schwerpunkt die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass auch dieser Kontinent sich rasant verändert und zwischen Tradition und Moderne einen eigenständigen Weg sucht. Dabei kann und muss Europa sich positionieren, wie es diesen Wandel begleiten will.

Jörgen Klußmann / 6.10.2014


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