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Kirche und Bundeswehr im Gespräch über die Bundeswehrreform

Von der Wehrdienstpflichtigenarmee zur Freiwilligenarmee - ein Paradigmenwechsel?

Die Bundeswehrreform stand im Mittelpunkt des 5. Friedensethischen Studientags, der am Dienstag, 31. Januar 2012, in Koblenz stattfand.

5. Friedensethischer Studientag im Zentrum für Innere Führung, Koblenz. Foto: Klevenov

5. Friedensethischer Studientag im Zentrum für Innere Führung, Koblenz. Foto: Klevenov

Ausgerichtet wurde der Studientag von der Evangelischen Akademie im Rheinland, dem Evangelischen Kirchenkreis Koblenz, der Evangelischen Militärseelsorge und der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz.

2011 - Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr 
Das Jahr 2011 war eine Zäsur in der Geschichte der Bundeswehr: Am 1. Juli 2011 ist die Wehrpflicht entfallen, die Bundeswehr ist nach 55 Jahren zu einer Freiwilligenarmee geworden. Bereits im Mai 2011 hatte Verteidigungsminister Thomas de Maizière die weiteren Reformpläne für die Streitkräfte vorgestellt. Sie beinhalten eine Reduzierung des Personals sowohl im militärischen als auch im zivilen Bereich, die Schließung von Standorten ebenso wie die Überprüfung von Strukturen und Ausrüstung.

Auch die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend gewandelt
Aus sicherheitspolitischer Sicht fällt die Bundeswehrreform in eine Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen grundlegend gewandelt haben. Neben der Landesverteidigung stehen heute die internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung im Fokus.

Es gab also genug Gesprächsstoff für den Studientag, der Gesprächspartner aus Bundeswehr, Wissenschaft und evangelischer Kirche zusammenführte.

Studientag thematisierte die Auswirkungen auf die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik ebenso wie die Auswirkungen auf den einzelnen Soldaten
„Wir haben uns sowohl damit beschäftigt, welche Auswirkungen die Reform der Bundeswehr auf die Gestaltung der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik haben wird, als auch damit, welche Auswirkungen sie auf das Selbstverständnis und die Arbeit des einzelnen Soldaten haben wird“, umreisst Jörgen Klußmann das Konzept des Studientages. Wie weit kann z.B. das Leitbild der Bundeswehr vom „Staatsbürger in Uniform“ aufrechterhalten werden?

Drei impulsreferate zu einzelnen Aspekten
Die folgenden drei Impulsreferate erschlossen unterschiedliche Aspekte:

Professor Gunter Hellmann: Außen- und Sicherheitspolitik
Um die Frage: „Militär als Mittel der Politik zu Beginn des 21. Jahrhunderts –Friedenssicherung oder Interventionismus?“ ging es im Beitrag von Professor Dr. Gunther Hellmann vom Institut für Vergleichende Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an der Universität Frankfurt a. M. Der Politikwissenschaftler forscht insbesondere über deutsche Außenpolitik, euro-atlantische Sicherheitsbeziehungen und Theorie der internationalen Beziehungen. Neben seiner universitären Tätigkeit hat er u. a. bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung eine Forschungsgruppe geleitet; seit 2002 ist er Mitherausgeber der Zeitschrift für Internationale Beziehungen.

Generalmajor Reinhard Kammerer: Veränderungen aus Sicht der Bundeswehr
Generalmajor Reinhard Kammerer, Stellvertretender Befehlshaber des Heeresführungskommandos, Koblenz, beleuchtete die Bundeswehrreform und die daraus resultierenden Veränderungen aus Sicht der Bundeswehr: „Von der Wehrpflichtigen- zur Freiwilligenarmee – Auswirkungen der Bundeswehrreform“.

Dr. Anja Seiffert: die Situation und das Selbstverständnis der Soldaten
Die Situation und das Selbstverständnis der Soldaten nahm Dr. Anja Seiffert in den Blick. Die Politikwissenschaftlerin, die zuvor u. a. wissenschaftliche Referentin und Büroleiterin des damaligen Grünen-Bundestagsabgeordneten Winfried Nachtwei tätig war, arbeitet seit 2009 am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr in Strausberg. Dort leitet sie den Forschungsschwerpunkt „Sozialwissenschaftliche Begleitung der Auslandseinsätze der Bundeswehr.“

Einen Bericht des Evangelischen Pressedienstes (epd) West über den Studientag finden Sie hier.

hbl / 04.02.2012


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