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epd-Landesdienst West, 10.09.2012

Brot für die Welt: Mehr Flüchtlinge durch Klimawandel

Bonn (epd). Die kirchliche Hilfsaktionen Brot für die Welt hat vor immer mehr Flüchtlingen infolge des Klimawandels gewarnt.

Schon jetzt seien klimatische Veränderungen ein zentraler Grund für Migrationsbewegungen, sagte die Diakonie-Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel am Samstag in Bonn. Dies werde durch steigende Meeresspiegel, Ausbreitung der Wüsten und Unwetter zunehmen, betonte sie auf einer Tagung der Evangelischen Akademie im Rheinland zum Thema Migration.

Das Vorstandsmitglied von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe verwies auf Schätzungen, nach denen es im Jahr 2050 mindestens 200 Millionen zusätzliche Flüchtlinge geben werde. „Das ist die absolut zentrale Herausforderung, auf die kein Mensch vorbereitet ist“, sagte die evangelische Theologin. Es gebe auch keine internationalen Mechanismen, mit solch einerSituation umzugehen. Wenn der Klimaschutz nicht entscheidend ausgebaut werde, könne es zu Umwälzungen von ungeahntem Ausmaß kommen.

Füllkrug-Weitzel und Doris Peschke von der Kirchen-Kommission für Migrantenin Europa (CCME) mit Sitz in Brüssel kritisierten, dass Entwicklungspolitik häufig mit der Abwehr von Flüchtlingen verknüpft sei. Es wäre wichtig, mehr legaleWege für Migranten nach Europa zu öffnen, um die Menschen nicht in die Hände von Schleusern zu treiben, sagte Peschke. Die Kirchen sollten nach Ansicht des rheinischen Oberkirchenrats Klaus Eberl angesichts der Migrationsbewegungen das ökumenische Bewusstsein der Einen Welt wach halten. Zudem müsse auf die wirtschaftlichen Aspekte der Migrationsproblematik hingewiesen werden.

Auf der Tagung hatte ein Vertreter der evangelischen Kirche in Marokko zuvor scharfe Kritik an der europäischen Flüchtlingspolitik geäußert. Die Migranten in Marokko seien Opfer eines „wohldurchdachten Arrangements“ zwischen afrikanischen und europäischen Ländern. Die eine Seite wolle europäisches Geld für wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität, die andere Seite erkaufe sich dichte Grenzen. Der Kirchenvertreter aus Marokko verwies auf Schätzungen, wonach im Jahr 2010 etwa 75.000 Einwanderer in Marokkolebten, davon bis zu 20.000 illegale Flüchtlinge. Über die Hälfte der Einwandererhabe angegeben, Marokko als Transitland nach Europa zu betrachten. 70 Prozent hätten wirtschaftliche Gründe für ihre Migration genannt.

Die evangelische Kirche versorgt nach seinen Angaben Migranten unter anderem mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe, betreibt aber auchAusbildungsprogramme und vergibt Studienstipendien. Viele illegale Flüchtlingewären ohne kirchliche Hilfe völlig allein und Willkür und Misshandlungen ausgesetzt.

Quelle: Evangelischer Pressedienst (epd) West, 30.1.2012

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des epd-West 

epd-West / 10.09.2012


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